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Shopify Payments – die eierlegende Wollmilchsau der Zahlungslösungen?

So oder so ähnlich hast du es sicher schon mal erlebt: du bestellst dir einen leckeren Cappuccino “to go” im Szene-Café um die Ecke. An der Kasse dann die große Enttäuschung. Du kannst nur in bar bezahlen. 

Leider hast du kein Bargeld dabei und verlässt gefrustet den Laden. Wenn der Shop Glück hat, gehst du Bargeld holen. Wenn er Pech hat, sieht er dich nicht mehr wieder. So oder so, dein eigenes Kauferlebnis und das gute Gefühl sind hinüber.

Das gleiche passiert täglich in der Online-Welt. Kunden springen im Checkout-Prozess kurz vor Schluss ab, weil ihre favorisierte Zahlungsmethode nicht verfügbar ist. Studien belegen das: laut einer Umfrage von Statista in 2018 brechen 59% der Kunden den Online-Kauf ab, wenn sie mit den Bezahlmöglichkeiten unzufrieden sind.

Die Zahlen schwanken je nach Studie, aber eines wird schnell klar: du musst als Händler die richtige Zahlungsart anbieten. Sonst verschenkst du bares Geld.

Genau hier setzt Shopify Payments an. Mit wenigen Klicks kannst du viele gängige Zahlungsmethoden einfach und unkompliziert zu deinem Shop hinzufügen.

Aber ist auch alles Gold, was glänzt?

Die Basics: was ist Shopify Payments? 

Zuerst einige Fakten, was der viel beworbene Allrounder der Bezahlsysteme zu bieten hat – und was nicht.

Mit Shopify Payments kannst du, wie bereits angeteasert, Zahlungsmethoden für deine Kunden zu deinem Shop hinzufügen. Der Kunde möchte auf Rechnung kaufen? Kein Problem. Per Kreditkarte? Gern. Google Pay? Easy. PayPal? Leider nein.

Richtig gehört. Die beliebteste Zahlungsmethode, neben dem Kauf auf Rechnung, ist kein Bestandteil von Shopify Payments. Aber zu PayPal später mehr.

Du hast die Möglichkeit, aus den folgenden Optionen eine, mehrere oder alle auszuwählen und diese durch wenige Klicks in deinem Shop anzubieten:

  • Kauf auf Rechnung
  • Sofortüberweisung
  • Kreditkartenzahlung (Visa, Mastercard, Maestro und American Express)
  • Apple Pay
  • Google Pay
  • Shop Pay (Shopify’s eigene Zahlungsmethode)
  • eps-Überweisung (nur für Österreich relevant)

Über deinen Adminbereich aktivierst und verwaltest du Shopify Payments. Du ersparst dir damit die mühsame Aktivierung einzelner Zahlungsmethoden bei verschiedenen Drittanbietern. Der Kunde wählt bei seinen Käufen in deinem Shop dann ganz einfach die von ihm favorisierte Zahlungsmethode aus und hinterlegt seine Zahlungsinformationen.

Für die einzelnen Zahlungsoptionen fallen Gebühren an, auf die wir später noch genauer eingehen.

The Good, the Bad and the Ugly: Die Vor- & Nachteile

Vorab können wir aus Erfahrung sagen: Shopify Payments ist ein praktisches Tool und hat das Hinzufügen von Zahlungsmethoden in Shopify seit seiner Einführung 2018 deutlich vereinfacht.

Hier die Vorteile von Shopify Payments auf einen Blick.

Problemlose Einrichtung & einfache Nutzung

Die Einrichtung ist ein Kinderspiel. Innerhalb von wenigen Minuten kannst du auf einen Schlag wichtige Zahlungsmethoden hinzufügen (Kreditkarte, Kauf auf Rechnung, Sofortüberweisung, Apple Pay, Google Pay, Shop Pay, eps-Überweisung). Du benötigst keine weiteren Plattformen oder Accounts, um deinen Cashflow zu überwachen. Zahlungseingänge und zugehörige Bestelldaten sind sofort im Adminbereich verfügbar.

Transparente Gebühren

Die Gebühren der einzelnen Zahlungsmethoden von Shopify Payments kannst du der untenstehenden Übersicht entnehmen. Einen großen Anreiz zur Nutzung von Shopify Payments müssen wir hier aber noch hervorheben. Sobald du es in deinem Shop eingebunden hast, fallen zusätzliche Transaktionsgebühren (Basic Shopify: 2,0%, Shopify: 1,0% und Shopify Advanced: 0,5%) für Zahlungsmethoden von Drittanbietern ebenfalls weg. Auch für den Platzhirsch PayPal.

Andere Zahlungsanbieter sind zusätzlich möglich 

Das bringt uns zu unserem nächsten Punkt. Die Nutzung von Shopify Payments schließt andere Zahlungsanbieter wie PayPal nicht aus. Zum Glück, denn PayPal ist der Rockstar unter den Zahlungsmethoden. Hierzu später mehr.

Die Kunden bleiben in deinem Online Shop

Für die Zahlung mit PayPal beispielsweise öffnet sich ein separates Fenster. Hier sind weitere Logins und Klicks nötig. Kommt es zu Problemen, wird der Kauf häufig abgebrochen. Bleiben die Kunden während des gesamten Checkout-Prozesses hingegen bei dir im Shop, eliminiert das eine zusätzliche Fehlerquelle.

Beschleunigte Checkouts

Du ermöglichst deinen Kunden einen Express-Checkout. Das verkürzt den Kaufprozess und kann die Conversion steigern. Kunden müssen dann ihre Zahlungsinformationen nicht manuell eingeben. Diese werden vom Zahlungsanbieter wie Apple Pay oder Google Pay automatisch zur Verfügung gestellt.

It’s all about cash

Bei Shopify Payments ist die Auszahlung auf dein Konto innerhalb weniger Werktage möglich. Und wenn Shop-Betreiber eines mehr lieben als glückliche Kunden, dann ist das Cash.

Unterstützung von Point of Sale Zahlungen

Wenn du ebenfalls Shopify POS in deinem stationären Handel verwendest, kannst du die über Shopify Payments aktivierte Kreditkartenzahlung dort ebenfalls problemlos nutzen. 

Nun aber genug der Lobhudelei. Natürlich hat auch Shopify Payments das ein oder andere Manko:

Einschränkungen von Produkten & Branchen

Shopify Payments darf im Zusammenhang mit manchen Produkten oder Gewerben nicht genutzt werden. Und nein, damit sind nicht nur illegale Shops oder die Branche der “Erwachsenenunterhaltung” gemeint. Zu den “Prohibited Businesses” zählen unter anderem Finanzdienstleister, Glücksspielanbieter, der Verkauf von Social-Media-Aktivitäten oder von Shopify sogenannte Hoch-Risiko-Businesses. Eine Liste der nicht erlaubten Businesses findest du hier. Bei Zweifeln, ob du mit deinem Business dazu gehörst, wendest du dich am besten an den Shopify-Support.

Hohe Rückbuchungsgebühren

Für jede fällige Rückbuchung berechnet dir Shopify sage und schreibe 15 (in Worten fünfzehn) Euro Gebühren. Wenn du ein hohes Transaktionsvolumen hast und es hier und da zu Rückbuchungen kommt, können sich die Gebühren schnell aufsummieren. Es sei aber gesagt, dass Rückbuchungsgebühren – auch in dieser Höhe – zum Branchenstandard gehören.

Plötzlich eingefrorenes Cash

“It’s all about cash”, haben wir oben geschrieben. Umso bitterer ist es, wenn Beträge auf deinem Shopify Payments Account plötzlich eingefroren sind und du keinen Zugriff hast. In den Shopify-Foren haben wir schon häufiger gelesen, dass es dazu kommen kann, wenn Rückbuchungsfehler passieren oder verdächtige Kontoaktivitäten geprüft werden

Kein PayPal

Der Rockstar der Online-Zahlungsverfahren ist kein Bestandteil von Shopify Payments und muss separat von dir hinzugefügt werden. Warum du das unbedingt tun solltest erfährst du weiter unten. 

Diese Zahlungsmethoden von Shopify Payments sind ein Must-Have in Deutschland

Die nachfolgenden Zahlungsverfahren von Shopify Payments solltest du definitiv im Adminbereich aktivieren, weil sie zu den Beliebtesten in Deutschland gehören.

  • Klarna Rechnung (Kauf auf Rechnung)
  • Klarna Sofort (Sofortüberweisung)
  • Kreditkartenzahlung

Optional kannst du natürlich noch Apple Pay, Google Pay und Shop Pay (Shopify’s eigenes Zahlungsverfahren) aktivieren. Vor allem erstere können durch ihre starken Marken eine Strahlkraft auf deinen Shop haben. Sie spielen im Vergleich zu PayPal zwar noch eine Nebenrolle, sind aber definitiv Rising Stars der Zahlungsverfahren. 

Kein PayPal - kein (Online) Erfolg

Zugegeben, die Überschrift mag etwas übertrieben sein. Aber ein Funken Wahrheit steckt hier allemal drin: laut Statista zahlen die Hälfte aller Kunden bei einer Bestellung im Internet am liebsten mit PayPal oder einem ähnlichen Anbieter.

PayPal ist in Deutschland das zweitwichtigste Zahlungsverfahren im Online-Handel. Nur der Kauf auf Rechnung ist – gemessen am Umsatz – noch wichtiger. Kein Wunder, denn PayPal ist schon lange dabei, weit verbreitet und Kunden lieben den PayPal Käuferschutz.

Auch wenn dieser Artikel im wesentlichen Shopify Payments gewidmet ist, wollen wir dir daher folgendes mit auf den Weg geben: verliere den Kunden nicht kurz vor dem Kauf, weil du seine Lieblings-Zahlungsmethode nicht anbietest. Richte in jedem Fall PayPal ein.

PayPal ist mit Gebühren in Höhe von 2,49% + 0,35 Euro pro Transaktion zwar verhältnismäßig teuer. Trotzdem bleiben wir bei unserer Einschätzung: no PayPal – no Party! 

Darauf solltest du bei der Einrichtung von Shopify Payments achten

Werft vor der Einrichtung unbedingt einen genauen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Shopify, ob ihr Shopify Payments nutzen dürft (Stichwort: “Prohibited Businesses”).

Falls nein, ist das kein Beinbruch. Es gibt genügend externe Zahlungsdienstleister für nahezu jeden möglichen Anwendungsfall, die sich in Shopify integrieren lassen.

Noch eine Anmerkung zum Cash. Normalerweise dauert es ungefähr drei Werktage, bis mit Shopify Payments getätigte Zahlungen auf eurem Konto landen. Je nach Produkt, das ihr verkauft, kann das laut Shopify allerdings auch bis zu 30 Tage dauern. Shopify macht auf seiner Website allerdings keine Angaben, für welche Produkte dies gilt. Etwas kurios. Eine Nachfrage beim Support lohnt sich auf jeden Fall. 

In a Nutshell

Shopify Payments ist ein praktisches Tool, dass es dir erlaubt die meisten gängigen Zahlungsmethoden einfach und schnell hinzuzufügen. Die Integration ist kinderleicht, die Gebühren sind transparent und der beschleunigte Checkout kann deine Conversion steigern. 

Das größte Manko: PayPal, der Kundenliebling unter den Online-Zahlungsmethoden, ist kein Teil davon und muss separat von dir hinzugefügt werden. Denn Umfragen belegen: ohne PayPal geht es nicht.


Bis zum nächsten Blogbeitrag 👋🏻

Euer Robin 



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